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"Erweiterbare Anlagen" wünscht sich fast jeder Interessent.

(erstmals erstellt 2010, zuletzt aktualisiert August 2020)

Meist spielen dabei begrenzte finanzielle Möglichkeiten oder Vorsicht bei Neulingen eine Rolle. Dabei wird nicht beachtet, dass das "Ausbaufähige" eigentlich keinen Sinn macht.

Denn:

jede angemeldete, netzgekoppelte Solarstromanlage (Solargenerator und dazugehörende Wechselrichter) stellt für sich eine geschlossene Einheit dar!

Dazu gibt es, mit dem Stichtag der Inbetriebnahme, einen zur Leistung passenden Vertrag und die Zusicherung der Einspeisevergütung nach EEG für 20 Jahre +  Inbetriebsnahmejahr. 
Jede Veränderung (mehr Module, o.ä.) würde wieder einen neuen (zusätzlichen) Vertrag bedeuten und Probleme bei der Höhe und Dauer der Einspeisevergütung verursachen.

Da es auch nicht gerade clever ist, einen Wechselrichter erst einmal nur teilweise zu belegen oder später zu überlasten, wird bei einer guten Solarstromanlage immer das optimale Verhältnis von Wechselrichter zu Solarmodulleistung angestrebt. Dies sorgt für einen guten Wirkungsgrad und geringen Wattpreis.

Hat man später doch wieder Lust, Geld oder Platz und will mehr, wird das einfach eine neue, zusätzliche Anlage - auch wenn sie optisch direkt an die Bestehende anschließen kann. Dazu gibt es wieder eine(n) neue(n) Vertrag, Einspeisevergütung und Stromzähler.
 

Es kann somit durchaus sein, dass mehrere optisch und platzmäßig unterschiedlich erscheinende Anlagen in Wahrheit eine Einzige darstellen, weil sie zeitgleich und evtl. sogar an einem einzelnen Wechselrichter montiert wurden. Das nebenstehende Bild zeigt 3 optisch unterschiedliche Anlagen, die alle in der gleichen Woche ans Netz gingen und bei der OVAG seit 2000 unter einem Vertrag laufen...







Und andersherum gibt es auf manchen Dächern eine optisch relativ einheitliche Anlage mit dem gleichen Modultyp, die aber nachträglich nebeneinander aufgebaut wurden, an verschiedenen Wechselrichtern sitzen und über getrennte Verträge und Einspeisezähler verfügen.








 

Wer also erst einmal "klein" beginnen will, baut/kauft dann einfach erst einmal eine kleine Anlage.

Ist das Endziel aber schon in Sicht, bzw. würde ein Ausbau schon bald erfolgen können, sollte man besser bis dahin warten.
Denn eine große Anlage ist, wegen Fracht, Gerüst, Montage, Anmeldung und auch Verkaufspreis, u.s.w. sehr viel günstiger, als zwei Kleine!

Auch wenn mit weiteren Komponenten gearbeitet werden soll (Speicher, Heizstab, Ladestation für E-Mobil), können im Normalfall die getrennten Anlagen dafür eingesetzt werden. Je nach Technik bedarf es u.U. zusätzlicher Regel-Einrichtungen oder auch Umverdrahtungen.
 

Ähnlich ist es auch bei unseren Mini-Netz-Anlagen, die antragsfrei und u.U. sogar ohne Elektriker im Haus angeschlossen werden dürfen:

man könnte zwar an den bisher maximal zulässigen 600VA-Mikro-Wechselrichter erst einmal ein Modul und später ein Zweites anschließen. Doch da der erneute Versand einen Großmodules manchmal mehr kostet, als das Modul selbst, macht das kein vernünftiger Mensch.
Soll im nächsten Kalenderjahr mehr Leistung auf dem Dach erzeugt werden, kauft man sich wieder eine Mini-Netzanlage (WR und Solarmodul), meldet sie beim Netzbetreiber und schließt sie an einer anderen Stelle im Haus an. Auch wenn auf dem Dach dann optisch eine Anlage, sind es in Wirklichkeit 2 Getrennte.
Wirklich Sinn macht dieses Vorgehen natürlich nicht, denn eine "richtige" Netzanlage, die Überschüsse auch notfalls einspeisen kann, ist immer wirtschaftlicher...

Noch extremer ist das bei Inselanlagen. Dies behandeln wird aber in der dazu passenden Rubrik.  

 


 

Auch bei einer Inselanlage ist es empfehlenswert, schon heute wenigstens bestimmte End-Ziele zu berücksichtigen. 

Baut man ein z.B. 12 V-System auf, kann man zwar theoretisch beliebig Solarmodule, Solarbatterien und auch manche Insel-Wechselrichter parallel anschließen. In der Regel sollte man, wegen hoher Verluste und gefährlichen Belastungen in den Leitungen, bei den Wechselrichtern und auch den Batterien, größere Anlagen nicht mit dieser Kleinspannung betreiben.

 

Nachbessern verteuert die Anlage überproportional und verschlechtert die Öko-Bilanz

Liegt das Endziel aber noch in weiter Ferne, geht das natürlich schon, weil später diverse Komponenten ganz einfach vollständig ersetzt werden.
Daher versucht man es am besten gleich "richtig zu machen". 
Meist kann man Solarladeregler und Inselwechselrichter nicht parallel erweitern, sondern muss sie durch neue, stärkere Geräte ersetzen. Weiterhin ist es nicht sinnvoll Batterien nach und nach zu ergänzen, wegen unterschiedlichem Ladefaktor. Eine zusammen gestoppelte Batteriebank wird nie zuverlässig und ist nur so gut, wie das schwächste Glied. Solarmodule kann man zwar oft ergänzen, optisch und technisch passt aber nicht alles zusammen.

 

Leider werden viele Insel-Anlagen völlig unbedacht begonnen und von den 08/15-Solar-Verkäufern unüberlegt umgesetzt.

Manche Besitzer sind einige Jahre zufrieden, Andere nicht mal einen Sommer lang. Die Begeisterung über, die im Frühjahr schnell gekaufte, Anlage verfliegt bald, wenn die Ersten, nicht mehr so sonnigen, Herbst-Tage aufzeigen, dass die Anlage zu klein aufgebaut wurde. Andere wollen keinesfalls, dass ihnen das passiert und kaufen dannn lieber gleich ein paar Nummern größer. Doch das ist weder ökologisch, noch Sinn der Sache und nicht jeder kann mit dem Geld um sich werfen. Wir machen daher Anlagen immer möglichst klein, aber so groß wie nötig.

 

Schlimm wird es dann, wenn der Kunde auf dem falschen Aufbau weitermachen will 

weil er sich z.B. schon einen 12-V-Wechselrichter zugelegt hatte. Wir haben z.B. Kunden, die viele tausend Euro zusätzlich alleine in Solarladeregler investieren mussten, weil sie sich einmal für ein 12V-System entschieden hatten und unbedingt dabei gleiben wollten. Ein Solarstrom-Generator mit einigen tausend Watt kann aber nicht nur mit einem einzigen Regler betrieben werden kann, weil der Strom viel zu hoch wäre. Oder man muss extrem tief in die Tasche greifen..
Hier einen endgültigen Schluss-Strich zu ziehen, ist meist ökonomischer und auch ökologischer!

Einsehen wollen es die Wenigsten, die Beratungs-Resistenz steigt immer mehr und wird durch Foren-Beiträge von Menschen die zu Hause "Solar-Spielereien", z.B. mit LED und Autobatterie im Wohnzimmer betreiben, zusätzlich unterstützt. Da können wir dann auch höchstens nur noch liefern, anstelle zu beraten...

Am fragwürdigsten sind 2 Insel-Systeme nebeneinander

 Vermeintlich Clevere wünschen sich das aber oder bauen ihr nicht zufriedenstellendes System so um. Arbeiten 2 Solar-Generatoren über 2 Solarladeregler mit 2 Batteriebänken und evtl. auch 2 Insel-Wechselrichtern getrennt voneinander, kann es immer vorkommen, dass das eine System die max. mögliche Ladeleistung nicht ausnutzt oder die andere Batteriebank tiefer entladen wird, als nötig und möglich, bzw. manchmal die erforderliche Kapazität nicht bereitstellen kann. Die angedachte "Entlastung" des jeweils ungenutzten Systemes bringt der Batterie nicht viel. Das ist wie wenn 2 Männer sich abwechselnd todschleppen, anstelle etwas gemeinsam zu tragen und auszuruhen. Dadurch erhöht sich die Belastung und verkürzt sich die Erholungsphase. Nachladungen erfolgen langsamer, Tiefentladungen schneller. In den allermeisten Fällen sorgt dies für häufigere Unterdeckungen, schnelle Batterieausfälle und vor allem höhere Kosten = das Gegenteil von optimal.

Aber genug Solarschopps genieren über solch seltsamen Einstiege ihren Umsatz und haben dadurch t(r)eure Stamm-Kunden...