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"Erweiterbare Anlagen" wünscht sich fast jeder Interessent.

(erstmals erstellt 2010, zuletzt aktualisiert Juli 2021)

Meist spielen dabei begrenzte finanzielle Möglichkeiten oder Vorsicht bei Neulingen eine Rolle. Dabei wird nicht beachtet, dass das "Ausbaufähige" eigentlich keinen Sinn macht.

Denn:

jede angemeldete, netzgekoppelte Solarstromanlage (Solargenerator und dazugehörende Wechselrichter) stellt für sich eine geschlossene Einheit dar!

Dazu gibt es, mit dem Stichtag der Inbetriebnahme, einen zur Leistung passenden Vertrag und die Zusicherung der Einspeisevergütung nach EEG für 20 Jahre +  Inbetriebsnahmejahr. 
Jede Veränderung (mehr Module, o.ä.) würde wieder einen neuen (zusätzlichen) Vertrag bedeuten und Probleme bei der Höhe und Dauer der Einspeisevergütung verursachen.

Da es auch nicht gerade clever ist, einen Wechselrichter erst einmal nur teilweise zu belegen oder später zu überlasten, wird bei einer guten Solarstromanlage immer das optimale Verhältnis von Wechselrichter zu Solarmodulleistung angestrebt. Dies sorgt für einen guten Wirkungsgrad und geringen Wattpreis.

Hat man später doch wieder Lust, Geld oder Platz und will mehr, wird das einfach eine neue, zusätzliche Anlage - auch wenn sie optisch direkt an die Bestehende anschließen kann. Dazu gibt es wieder eine(n) neue(n) Vertrag, Einspeisevergütung und Stromzähler.
 

Es kann somit durchaus sein, dass mehrere optisch und platzmäßig unterschiedlich erscheinende Anlagen in Wahrheit eine Einzige darstellen, weil sie zeitgleich und evtl. sogar an einem einzelnen Wechselrichter montiert wurden. Das nebenstehende Bild zeigt 3 optisch unterschiedliche Anlagen, die alle in der gleichen Woche ans Netz gingen und bei der OVAG seit 2000 unter einem Vertrag laufen...







Und andersherum gibt es auf manchen Dächern eine optisch relativ einheitliche Anlage mit dem gleichen Modultyp, die aber nachträglich nebeneinander aufgebaut wurden, an verschiedenen Wechselrichtern sitzen und über getrennte Verträge und Einspeisezähler verfügen.








 

Wer also erst einmal "klein" beginnen will, baut/kauft dann einfach erst einmal eine kleine Anlage.

Ist das Endziel aber schon in Sicht, bzw. würde ein Ausbau schon bald erfolgen können, sollte man besser bis dahin warten.
Denn eine große Anlage ist, wegen Fracht, Gerüst, Montage, Anmeldung und auch Verkaufspreis, u.s.w. sehr viel günstiger, als zwei Kleine!

Auch wenn mit weiteren Komponenten gearbeitet werden soll (Speicher, Heizstab, Ladestation für E-Mobil), können im Normalfall die getrennten Anlagen dafür eingesetzt werden. Je nach Technik bedarf es u.U. zusätzlicher Regel-Einrichtungen oder auch Umverdrahtungen.
 

Ähnlich ist es auch bei unseren Mini-Netz-Anlagen, die antragsfrei und u.U. sogar ohne Elektriker im Haus angeschlossen werden dürfen:

man könnte zwar an den bisher maximal zulässigen 600VA-Mikro-Wechselrichter erst einmal ein Modul und später ein Zweites anschließen. Doch da der erneute Versand einen Großmodules manchmal mehr kostet, als das Modul selbst, macht das kein vernünftiger Mensch.
Soll im nächsten Kalenderjahr mehr Leistung auf dem Dach erzeugt werden, kauft man sich wieder eine Mini-Netzanlage (WR und Solarmodul), meldet sie beim Netzbetreiber und schließt sie an einer anderen Stelle im Haus an. Auch wenn auf dem Dach dann optisch eine Anlage, sind es in Wirklichkeit 2 Getrennte.
Wirklich Sinn macht dieses Vorgehen natürlich nicht, denn eine "richtige" Netzanlage, die Überschüsse auch notfalls einspeisen kann, ist immer wirtschaftlicher...

Noch extremer ist das bei Inselanlagen. Dies behandeln wird aber in der dazu passenden Rubrik.  

 
Gibt es aber doch das seltene Vorhaben, dass ein bereits vorhandener Netz-Wechselrichter stärker belegt wird, gibt es mehrere Möglichkeiten:

gibt es noch das identische Solarmodul, wird einfach erweitert (im Rahmen der zulässigen Eingangsspannung V oder des zulässigen Stromes A) 

soll mit abweichenden Solarmodulen ergänzt werden und die String-Spannung eine Wechselrichters mit mehreren getrennten Strängen (MPP-Tracker) lässt es zu, werden alle vorhandene Module auf einen Strang in Reihe geschaltet. Die "neuen" Module kommen dann auf den anderen Strang.

Muss man im selben Strang bleiben, die Originalmodule sind nicht zu bekommen oder zu teuer, bleibt die Möglichkeit der Neufertigung oder man bachtet dass der Mpp-Strom mindest genauso hoch liegt, wie bei den Vorhandenen. Ein Mehr wirkt sich nicht aus, ein Weniger zieht die gesamte Leistung runter (mutlitpliziert mit der Spannung). Siehe auch Ersatz-Module