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"Erweiterbare Anlagen" wünscht sich fast jeder Interessent.

(erstmals erstellt 2010, zuletzt aktualisiert Oktober 2022)

Meist spielen dabei begrenzte finanzielle Möglichkeiten oder unnötige Vorsicht bei Neulingen eine Rolle. Dabei wird nicht beachtet, dass das "Ausbaufähige" eigentlich nicht wirklich Sinn macht.

Denn:

jede angemeldete, netzgekoppelte Solarstromanlage (Solargenerator und dazugehörende Wechselrichter) stellt für sich eine geschlossene Einheit dar!

Dazu gibt es, mit dem Stichtag der Inbetriebnahme, einen zur Leistung passenden Vertrag und die Zusicherung der Einspeisevergütung nach EEG für 20 Jahre +  Inbetriebsnahmejahr. 
Jede Veränderung (mehr Module, o.ä.) würde wieder einen neuen (zusätzlichen) Vertrag bedeuten und Probleme bei der Höhe und Dauer der Einspeisevergütung verursachen.

Da es auch nicht gerade clever ist, einen Wechselrichter erst einmal nur teilweise zu belegen oder später zu überlasten, wird bei einer guten Solarstromanlage immer das optimale Verhältnis von Wechselrichter zu Solarmodulleistung angestrebt. Dies sorgt für einen guten Wirkungsgrad und geringen Wattpreis.

Hat man später doch wieder Lust, Geld oder Platz und will mehr, wird das einfach eine neue, zusätzliche Anlage - auch wenn man sie optisch direkt an die Bestehende anschließen kann. Dazu gibt es wieder eine(n) neue(n) Vertrag, Einspeisevergütung und Stromzähler.
 

Es kann somit durchaus sein, dass mehrere optisch und platzmäßig unterschiedlich erscheinende Anlagen in Wahrheit eine Einzige darstellen, weil sie zeitgleich und evtl. sogar an einem einzelnen Wechselrichter montiert wurden. Das nebenstehende Bild zeigt 3 optisch unterschiedliche Anlagen, die alle in der gleichen Woche ans Netz gingen und bei der OVAG seit 2000 unter einem Vertrag laufen...











Und andersherum gibt es auf manchen Dächern (oben! - unten ist Solarthermie) eine optisch relativ einheitliche Anlage mit dem gleichen Modultyp, die aber nachträglich nebeneinander aufgebaut wurden, an verschiedenen Wechselrichtern sitzen und über getrennte Verträge und Einspeisezähler verfügen.









 


Wer also wirklich erst einmal "klein" beginnen will, baut/kauft dann einfach erst einmal eine kleine Anlage.

Dabei sollte sie aber immer so platziert werden, dass sie einerseits optimal dier Sonne nutzt, andererseits aber eben nicht die zukünftige Dach-Nutzung einschränkt. Ein Umbau/Versetzen wäre, vor allem bei Fachbetrieben, ein unnötiger, teuer Spaß! Auch wird das dann optisch passender - wobei die Ansprücher mancher Interessenten doch mehr als übertrieben sind. Wer sitzt schon den ganzen Tag vorm Haus und guckt hoch auf´s Dach? Oft sieht man die Module nur aus der Entfernung - ohne wirkliche Unterschiede zu erkennen oder als unangenehm zu empfinden. Solange man es nicht übertreibt... 


Ist das Endziel aber schon in Sicht, bzw. würde ein Ausbau schon bald erfolgen können, sollte man doch besser einfach bis dahin warten.

Denn eine große Anlage ist, wegen Fracht, Gerüst, Montage, Anmeldung und auch Verkaufspreis, u.s.w. meist sehr viel günstiger, als zwei Kleine!

Auch wenn mit weiteren Komponenten gearbeitet werden soll (Speicher, Heizstab, Ladestation für E-Mobil), können im Normalfall die getrennten Anlagen dafür eingesetzt werden. Je nach Technik bedarf es u.U. zusätzlicher Regel-Einrichtungen oder auch Umverdrahtungen.
 

Ähnlich ist es auch bei unseren Mini-Netz-Anlagen, die antragsfrei und meist sogar ohne Elektriker im Haus angeschlossen werden dürfen:

man könnte zwar an den bisher maximal zulässigen 600VA-Mikro-Wechselrichter erst einmal ein Modul und später ein Zweites anschließen. Doch da der erneute Versand eines Großmodules manchmal mehr kostet, als das Modul selbst (bis zu 200 Euro!), macht das kein vernünftiger Mensch.
Soll im nächsten Kalenderjahr mehr Leistung auf dem Dach erzeugt werden, kauft man sich wieder eine Mini-Netzanlage (WR und Solarmodul), meldet sie beim Netzbetreiber und schließt sie an einer anderen Stelle (Stromkreis) im Haus an. Auch wenn auf dem Dach dann optisch eine Anlage, sind es in Wirklichkeit 2 Getrennte.
Wirklich Sinn macht dieses Vorgehen natürlich nicht, denn eine "richtige" Netzanlage, die Überschüsse auch notfalls einspeisen kann, ist immer wirtschaftlicher...

Auch diese, als Einheit wirkende, Anlage besteht aus 2 getrennt angemeldeten und angeschlossenen Mini-Netz-Anlagen, die 2 Mietern eines Hauses gehören. Hier könnte man auch jederzeit noch eine dritte oder vierte Anlage daneben stellen. 


 

Noch extremer ist das bei Inselanlagen.
Dies behandeln wird aber in der dazu passenden Rubrik.  

 
 

Gibt es aber doch das seltene Vorhaben, dass ein bereits vorhandener Netz-Wechselrichter später stärker belegt wird, hat man mehrere Möglichkeiten:

gibt es noch das identische Solarmodul, wird einfach erweitert (im Rahmen der zulässigen Eingangsspannung V oder des zulässigen Stromes A) 

soll mit abweichenden Solarmodulen ergänzt werden und die String-Spannung eine Wechselrichters mit mehreren getrennten Strängen (MPP-Tracker) lässt es zu, werden alle vorhandene Module auf einen Strang in Reihe geschaltet. Die "neuen" Module kommen dann auf den anderen Strang.

Muss man im selben Strang bleiben, die Originalmodule sind nicht zu bekommen oder zu teuer, bleibt die Möglichkeit der Neufertigung oder man beachtet dass der Mpp-Strom mindest genauso hoch liegt, wie bei den Vorhandenen. Ein Mehr wirkt sich nicht positiv aus, ein Weniger zieht die gesamte Leistung runter (multipliziert mit der Spannung). Siehe auch Ersatz-Module

Der Markt ist aber sehr schnellebig. Jährlich ändern sich die kleinen Zellen, die dann in Optik, Maß und Werten (Strom/Spannung) völlig andere Solarmodule ermöglichen. 
Bis 2020 gingen die Preise dafür auch beständig nach unten. Spätetstens seit Putins Angriff steigen nicht nur die Leistungen, sondern auch Lieferzeiten, Preise und Frachten! Waren früher erst 170 Wp, dann 250 und 320 normal, liegen wir heute bei 400 Wp und mehr. Dabei sollte man beachten, die 2 qm Fläche nicht zu überschreiten - denn für eine Dachmontage ist dann eine Bauart-Zulassung nötig...