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Mit Solarstrom ist grundsätzlich alles möglich - wenn es denn sein muss ©

Im Netz und sonst wo kann man immer wieder mal lesen/hören, dass dieses oder jenes mit Solartechnik nicht möglich sei!

Das ist natürlich Unsinn..
 
Grundsätzlich geht alles - wenn man dafür den notwendigen Platz und auch die finanziellen Mittel hat. Man muss sich aber fragen, ob immer alles auch einen Sinn macht - ökologisch, wie ökonomisch...
 
Wie an anderer Stelle schon dargestellt, ist der Betrieb von Wärme erzeugenden Elektrogeräten immer am Energieintensivsten.
Egal ob Fön, Toaster, Herd, Ofen, Heizlüfter, Heizpatrone, Wasserkocher - immer arbeitet man mit Leistungen von 1000 W und noch viel mehr und wenn ein Geizgerät dann eine Stunde oder mehr läuft, ist auch sofort eine kWh oder eben mehr, verbraucht. Eine LED-Lampe oder ähnliche Klein-Verbraucher könnten mit 1 kWh dagegen viele Tage lang laufen...
 
Daher ersetzt man, vor allem bei der autarken Versorgung, diese Geräte nach Möglichkeit durch passendere Alternativen.
Beim Kochen und Backen sind das z.B. Gas-Geräte (wie in Südeuropa und auch cleveren mitteleuropäischen Haushalten seit Jahrzehnten üblich).
Warmes Wasser, egal ob zum Duschen, Heizen oder auch Kochen erzeugt man in meist mit der solarthermischen Solaranlage, die viel bessere Wirkungsgrade hat und Wärme einfacher speichern kann. Auf Geräte wie Fön oder Toaster verzichtet man am besten oder sucht nach Modellen, die in der Leistung zu einem kleinen Wechselrichter passen und geht damit sorgsam und überlegt um.
 
Dennoch kann man natürlich auch diese großen Geräte einsetzen - wenn die Brieftasche und der Platz für die Solarmodule ausreichend groß ist. Wir selbst haben Toaster, Fön, WaMa, SpüMa, Brot-Backautomat, Backofen und sogar einen Heizlüfter! Aber unsere eigene Inselanlage ist auch sehr großzügig für den Winter dimensioniert und steht im sonnigen Sardinien. Wir haben aktuell 2,3 kWp Modulleistung, 4000 VA Wechselrichter und 330Ah/48 V Batterie-Kapazität. Somit haben wir in den Sommer-Monaten riesige Überschüsse, die wir auch verheizen könnten - wenn dafür Bedarf bestehen würde. Aber extra für diese Verbraucher wurden die Solar-Komponenten nicht größer ausgelegt. Die meisten unserer Kunden haben eher ein Drittel und das hat uns anfangs auch völlig ausgereicht...
 
Absolut fragwürdig wird das Ganze, wenn man mit einer Wärmepumpe heizen will.
Dieses "Wundergerät" macht zwar aus einer Einheit Strom gleich mehrere Einheiten Wärme, benötigt aber eben Strom - und zwar eine ganze Menge. Muss die dann aus der autarken Solarstromanlage und logischerweise im Winter, wenn weniger Sonne und Wärme vorhanden ist, entnommen werden, bedarf es einer riesigen Anlage von Modulen, Batterien und auch Wechselrichter. Das geht mit Ofen (Holz oder Gas - optimalerweise gekoppelt mit Solarwärme) viel einfacher, günstiger und umweltfreundlicher. Wer dann einen Generator anwirft, um Benzin zu verbrennen, damit er Strom für die Wärmepumpe hat, hat dann das Ganze überhaupt nicht verstanden und betrügt sich selbst. Gibt es aber tatsächlich...
 
Aber auch wenn man mit der besseren Variante, der netzgekoppelten Solarstromanlage, arbeitet, gibt es Bereiche, die zwar funktionieren, aber nicht unbedingt sinnhaft sind.
Eine große Solarstromanlage kann z.B. über das gesamte Jahr soviel Energie erzeugen, dass damit ein Haus beheizt werden könnte. Allerdings zeitversetzt: ca. 80% der Jahresenergie wird im Sommerhalbjahr erzeugt und 80% im Winter verbraucht. Dafür werden im Winter nur 20% erzeugt und im Sommer 20% verbraucht. An diesen Fakten kann man leicht erkennen, dass es nicht ganz so clever ist, einen großen, teuren Stromakku (Solarbatterie) aufzubauen, um damit abends den tagsüber erzeugten Solarstrom zu verheizen. Propagiert und angeboten wird es dennoch -  von Verkäufern. Besser ist es, das Dach voll auszulasten, den erzeugten Überschuss, mehr als nur kostendeckend, zu verkaufen und somit eine ausgeglichene Jahresbilanz oder sogar ein positives Ergebnis zu erreichen.

Nicht anders ist es mit dem selbsterzeugten Solarstrom für das E-Mobil. Nur wenn es vorrangig tagsüber am Ladepunkt steht und abends fährt, wird das sinnvoll. Den Strom zwischen zuspeichern, um ihn abends einzuladen, wäre ökologisch, wie ökonomisch, mehr als nur fragwürdig.

Siehe dazu auch: die unterschiedlichen Solarstrom-Techniken