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Heizen mit Solarstrom ©

(erstmalig erstellt 2001, regelmäßig aktualisiert - zuletzt Nov. 2019)

Kann man mittlerweile machen - aber ​wirklich sinnvoll ist das eigentlich nicht...

Schon vor 20 Jahren wurden wir immer darauf angesprochen, dass es doch eine ganz tolle Sache wäre, mit einer Solarstromanlage (Photovoltaik) tagsüber den Strom für Nachtspeicheröfen, "moderne" Elektroheizungen oder sonstige Strom-Verheizer zu erzeugen!? 
Wir beendeten dann meist sehr schnell das Gespräch, weil auf der anderen Seite keinerlei "Energie-Verständnis" herrschte und man mit klitzekleinem Budget nächtliche Mega-Leistungen abdecken wollte (der Strom kam wohl immer aus der Steckdose)...

Aufgrund der Erzeugungsproblematik in den allermeisten Kraftwerken (3 Einheiten Wärme aus Öl, Gas oder Kohle werden für eine Einheit Strom benötigt), war das Verheizen von Strom nicht nur "ökonomisch sinnlos", sondern vor allem einfach "eine ökologische Sünde". Daher kam eigentlich kein vernünftiger Mensch auf den Gedanken noch teureren Solarstrom (damals um 90 Pfennig/kWh) verheizen zu wollen, während Normalstrom um 20 Pfennig lag. Zumal dessen verschwenderisches Über-Angebot genau dann anfällt, wenn man am wenigsten Wärme benötigt (mittags und im Sommer), bzw. am Meisten verbraucht wird, wenn am Wenigsten zur Verfügung steht (abends und im Winter)...

Heute hat sich der Ansatz ein wenig geändert, denn die Anlagenpreise fielen seit 2005 um bis zu 90%.

Je nach Anlagenart, Größe und Standortbedingungen ist heute hierzulande eine kWh sauberer Solarstrom also schon ab 4 Cents zu realisieren. Das ist viel günstiger als der Egalstrom aus der Steckdose (bis 30 Cents) und kann es mit dem "Wärme-Preis" von Öl, Gas oder Pellets meist aufnehmen.

Dennoch fallen Erzeugung und Gebrauch nur bedingt zeitgleich zusammen und lässt sich Wärme im Wassertank sehr viel besser, günstiger und kompakter speichern, als Strom in Batterien.

Daher sind die meisten Vorhaben, in denen Hausbesitzer, mit teils fragwürdigen Infrarot-Feldern, die Räume direkt mit Solarstrom beheizen wollen, eher sinnlos.

Nur wenige, sehr gut gedämmte (Passiv-)Häuser) oder optimale Lagen in Südeuropa (z.B. unsere Zweigstelle in Sardinien) sind geeignet, auf einen normalen Heizkessel zu verzichten. In Kombination dazu stellt eine normale, wasserführende, thermische Solaranlage, zur Heizungs-Unterstützung, immer noch die bessere Alternative dar. Nicht nur, dass eben die Wärme im Wasserspeicher günstiger gelagert wird, sondern ein thermischer Solarkollektor auch einen viel höheren Wirkungsgrad hat (ca. das Vierfache!) als ein Solarmodul. Spielt aber der Platz keine Rolle, können Solarstrom-Module eine Alternative sein.

 

Eine sinnvolle Ausnahme stellt die reine sommerliche Warmwasserbereitung dar.

Hier kann man schon mit relativ wenig Solarmodul-Leistung einen E-Heizstab betreiben, der vorrangig in den Sommermonaten, im gut gedämmten Wasserspeicher, das Wasser erwärmt. Die Kombination von niedrigen Anlagen-Preisen und sehr einfacher Kabel-Verlegung und Montage, macht diese Systeme meist attraktiver als herkömmliche Solaranlagen. Siehe dazu Selacal.
Alternativ zu so einer speziellen Solarstrom-Anlage, empfiehlt sich die normale, netzgekoppelte Anlage, die zeitweise das ganze Haus versorgt und tagsüber Solarstrom-Überschüsse über einen Heizstab in den Wasserspeicher schickt oder andere Großverbraucher mit versorgt.

In manchen Fällen (z.B. bei sehr langen Leitungswegen) kann auch die heizungsunterstützende Variante sinnvoll auf Solarstrom-Basis arbeiten. Bevor man hier teure Kupferrohre, aufwendig gedämmt, mühsam verlegt und bei zig Metern bis zum Speicher, evtl. im freien, viel Energie verliert, kann der Solarstrom fast verlustfrei zum Speicher geführt werden, um dann in Wärme gewandelt zu werden. Meist bringt aber eben die Solarthermie mehr.

 

Sinnlos bleibt es auch weiterhin diesen Solarstrom in Batterien zu speichern, um dann erst in Wärme wandeln zu wollen.

Seit 2012 findet man leider immer mehr Anbieter dieser fragwürdigen Technik. Meist handelt es sich um Quer-Einsteiger, bzw. angebliche Energieberater, die dann zufälligerweise auch noch ihre "super sparsamen" Infrarot-Heizungen an den Mann bringen wollen oder einfach Elektriker...

Auf die notwendige Speicherung der elektrischen Energie angesprochen, fällt ihnen dann nichts mehr ein. Zum Verständnis nur ganz grobe Zahlen: 
in einem 1000 l Pufferspeicher für ca. 1 - 3.000 Euro, mit gesamt ca. 1.200 kg stecken ca. 60 kWh entnehmbare Wärme. Seine Lebensdauer liegt bei ca. 10 - 40 Jahren. Um diese Energie in einem heute noch üblichen Solar-Blei-Akku unterzubringen, bedarf es dann ca. 2.500 Ah/48 V C 10. Diese wiegen so ca. 4 - 5 Tonnen und haben einen erheblich größeren Platzbedarf. Die Kosten beginnen bei ca. 10.000 Euro, können aber auch locker das Doppelte bis Dreifache betragen. Nach ca. 5 - 15 Jahren ist Schluss.
Ausnahme: man heizt im Sommer, wenn die Sonne schön scheint und im Winter friert man, bzw. wohnt dann bei dem Verkäufer der infraroten Solarstrom-Heizung...
Wählt man neue, moderne Lithium-Akkus, sind Platzbedarf und Verluste zwar geringer, dafür die Kosten aber bedeutend höher und der Energiebedarf für die Herstellung der Akkus sowieso. Also nicht wirklich öko...

 

Absolut absurd wird es dann, wenn jemand eine echte Autarkie aufbauen will und im Winter mit Strom heizen will...
egal ob über Heizstab oder Wärmepumpe.

Auch nicht schlecht sind die Vorhaben, eine(n) Sauna, Whirlpool, o.ä. Strom-Verschwender direkt mit Solarstrom, evtl. sogar aus einer Inselanlage, betreiben zu wollen, weil man irgendwann gemerkt hat, dass dieser fragwürdige Spaß viel Energie kostet, die man auch bezahlen muss...
Verweisen wir dann auf diese Info-Seite, sind die Interessenten erbost, weil sie nicht begreifen wollen, dass ein 230V/16A-Verbraucher (=3680 Watt!) nicht mit einem billigen 300 Wp-Solarmodul betrieben werden kann. Angeblich hat man ja keine Ahnung von Strom, u.s.w.
Um das zu Verstehen muss man aber nicht Elektriker sein, sondern einfach das "Einmaleins" können oder hier ein bisschen lesen und im trüben Dezember aus dem Fenster schauen...

Die beste Variante bleibt eine normale netzgekoppelte Anlage und bringt Renditen von bis zu 15%!
 

Leider kommen auch Betreiber von kleinen, autarken Inselanlagen immer wieder auf die Idee, ihren Batteriestrom zu verheizen. 

Egal ob Herd, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Heizstab oder Heizlüfter. Niemand macht sich Gedanken, dass das doch zig- oder gar hundertfach höhere Watt-Leistungen sind, als sonst beim üblichen Licht, Radio oder TV. Die kleine Durchschnittsbatterie, die in vielen Mini-Inselanlagen eingesetzt ist, ist dann Ruckzuck leer. Dabei gibt es doch schon immer die viel günstigeren Varianten auf Gas- oder Holzbasis. Gerade bei echter Autarkie kommt es ja darauf an, mit dem kostbaren Solarstrom so effizient wie möglich umzugehen! Das steckt in einer kWh Energie!