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Heizen mit Wind? ©

(erstmals eingestellt 1999 - laufend aktualisiert, zuletzt November 2020)

Viele unseriöse Anbieter gaukeln ihren unwissenden Kunden hier gigantische Einspar-Möglichkeiten vor. Doch leider werden dabei einige entscheidende Punkte außer acht gelassen!

Nur wenn wirklich ordentlich Wind bläst und das Windrad einen guten Aufstellungspunkt hat, kann es auch akzeptable Erträge bringen. Echte Heizstäbe, die einen größeren Behälter auch wirklich irgendwann "heiß" bekommen, benötigen Leistungen von ein paar tausend Watt. Deren Betrieb funktioniert dann natürlich auch nur mit Windrädern die mehr als ein paar tausend Watt Leistung haben (nicht mehr in unserem Angebot)! Um daraus auch tausend Watt Heizleistung herauszuholen, bedarf es dann mindestens der Windstärke 6. Dabei pfeift der Wind dann schon ganz schön um die Ohren! Wie oft ist das an Ihrem Aufstellplatz möglich?


Die Anschaffung größerer Windräder ist teuer und die Aufstellung im Wohngebiet schwierig, bis nahezu unmöglich. Mit unseren Klein-Windturbinen heizen zu wollen, ist dagegen nicht mehr als eine Spielerei. Wer es nicht glauben will, sollte sich einfach mal einen 200 W Tauchsieder kaufen und diesen in ein Fass mit 200 Liter hängen – und viel Geduld mitbringen... 
Aber selbst wenn einige Zeit 200 W Leistung anstehen, der Heizstab tatsächlich arbeitet und das Wasser irgendwann warm geworden ist… In der Größe eines durchschnittlichen Hauses verpufft diese Wärmemenge innerhalb von Minuten. Nur in supergedämmten Passivhäusern, in optimalen Lagen, könnte man evtl. hierüber nachdenken! 
Wer glaubt, mit einem Spielzeug-Windrad und einer Leistung von ein paar hundert Watt Strom zum Heizen erzeugen zu können und gleichzeitig im Keller einen Heizkessel mit zig kW stehen hat - der hat irgend etwas nicht richtig verstanden...

Wer aber dennoch unbedingt mit Strom Warmwasser erzeugen will, sollte einfach auf Solarstrom umsteigen.
Die Technik ist sehr viel günstiger, effizienter, langlebiger und zuverlässiger = wirklich wirtschaftlich. Siehe z.B. unsere Selacal-Sets, die es schon ab ca. 1.500 Euro gibt. Nebenbei ist das auch viel einfacher zu installieren.

 

Mit einem Klein-Windrad das ganze Haus versorgen?

Seit die Strompreise klettern, vergeht kein Tag an dem nicht jemand anruft und "so ein Wind-Ding" will, um den Strom seinen Hauses abzudecken. Passenderweise sind das meist Leute, die überdurchschnittlich verschwenderisch mit dem Strom umgehen (5.000 kWh p.a. für einen kleinen Haushalt...), sich sonst auch nicht um die Umwelt kümmern und jetzt "irgendwo gelesen haben, dass das auch billiger als mit E.on & Co. gehen könnte". 

In 99% aller Fälle wird das aber nichts, denn kaum jemand macht sich die Mühe, hier ein bisschen zu lesen und zu verstehen.
Die Beratungs-Resistenz ähnelt einer Dame, die mit üppiger Konfektionsgröße 50 ausgestattet, sich entgegen den Empfehlungen der Fachverkäuferin, unbedingt in ein Girlie-Strandkleid Größe 34 zwängen will. Gefallen unsere erklärenden Absagen nicht, fragt man einige Wochen später genau dasselbe und wendet sich anschließend an Ebay, um sich dort ein Wind-Ei andrehen zu lassen. Erst hinterher gibt man uns dann Recht...
Wir antworten daher nur noch kurz und knapp mit Verweis auf diese, alles erklärenden Seiten. Das spart unsere Energie und Nerven.

Den vollständigen Strombedarf kann ein, nur zeitweise laufendes, Windrad nicht abdecken - der Stromanschluss muss erhalten bleiben.
Einen kleinen Anteil am jährlichen Stromverbrauch kann man natürlich abdecken, abhängig von der bisherigen Bezugsgröße, Leistung des geplanten Windrades und den Standortbedingungen, die weiter unten genauer beschrieben werden. Bewegen sich ein paar Blätter im Wind, reicht dies aber nicht aus, um ein Windrad in Gang zu setzen, geschweige denn um Leistungen von vielen hundert Watt zu realisieren. Sollen ein paar tausend kWh im Jahr erzeugt werden, bedarf es größerer oder mehrerer Windräder - es sei denn man wohnt oben auf dem Brocken... "Hier geht immer Wind" ist keine Aussage zur Windhöffigkeit - entscheidend ist, was sich genau am Aufstellort des Windrades abspielt!

Die Leistungs-Angaben bei den Produkten sind von den Herstellern übernommen.
Hierbei muss man beachten, dass diese auch gerne (meistens) etwas geschönt sind oder unter optimalen Bedingungen (Windkanal) ermittelt wurden. Genauso wie bei Solarstrom-Modulen kommt es aber auf die realen Bedingungen an und diese sind beim Wind meist sehr viel schlechter. Wer also zuviel Leistung von seinem Windrad erwartet, wird evtl. etwas enttäuscht sein. Die Nennleistungsangabe liegt meist um Windgeschwindigkeiten von ca. 12 m/sek. Das entspricht also einem starken Wind mit 6 Beaufort (siehe Windtabelle)! und nicht dem so oft zitierten Schwach-Wind! Natürlich erhöht sich die Windgeschwindigkeit mit jedem Höhenmeter über dem Boden, doch eine solche Windstärke ist nur in exponierten Lagen ein Dauerzustand.

Maximalen Nenn-Leistungen sagen nichts über den Ertrag am Tag oder Jahr aus.
Dieser ergibt sich aus den aktuellen Leistungen multipliziert mit der jeweiligen Laufdauer. D.h., hat ein Windrad zwar 1000 Watt Nennleistung, läuft aber nur 3 Stunden im Jahr auf dieser Stufe (= 3 kWh) und 3000 Stunden bei 100 W Leistung (= 300 kWh), sind das zusammen "nur" 303 kWh/Jahr... So ein Ertrag ergibt sich aber auch nur an guten Standorten!