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ÖKO-Heiztechnik

Ist Heizen mit Biomasse ökologisch und ökonomisch?

Grundsätzlich ja, denn das von Holz, Getreide, Nüssen oder Öl-Früchten während des Wachstums aufgenomme CO2 entspricht der gleichen Menge, die beim Verbrennen frei wird. Auch beim Verrotten im Wald wird dieses CO2 wieder freigesetzt. Erfolgt die Verbrennung in einem passenden, geregelten Kessel, sind auch die Schadstoffe, die bei JEDER Verbrennung frei gesetzt werden, kein zusätzlicher Negativ-Faktor. Auch die Preise für die Kilowattstunde Heizenergie aus Holz liegen meist unter den, z.T. sogar subventionierten, Fossilen (Öl, Gas, Kohle) und Solar-Strom.


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Dennoch muss man die Feinheiten beachten:

Wird der Brennstoff über lange Wege (Pellets und Palmöl aus dem Regenwald, Holz aus Osteuropa,...) heran transportiert und evtl. dann noch energieintensiv "weiter behandelt", fällt die Energiebilanz nicht mehr so positiv aus. Mono-Kulturen für Ölfrüchte verdrängen den kostbaren Regenwald und werden häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen betrieben.
 

Und dann kommt es auf das "Wie" beim Heizen an.

Flüssige Brennstoffe oder Pellets werden (hoffentlich) in geeigneten Kesseln mit optimaler Einstellung verbrannt (Wirkungsgrade von 85 - 95%). Beim Heizen mit Scheitholz ist der Umgang dagegen sehr häufig alles andere als Öko! Sehr Viele schauen nur nach dem günstigsten Preis und nicht auf den Energieinhalt, verbrennen feuchtes oder unsauberes Holz in Billig-Kaminöfen, zusammen mit Papier und Kartons und "regeln" über offene Fenster und das Ablegen der Kleidung (Wirkungsgrad manchmal nur 50%). Somit wird hier leider sehr oft, jeden Abend viel zu viel zum Schornstein hinausgefeuert und am Jahresende fällt die Abrechnung auch nicht günstiger aus! Der offene Kamin, der hierzulande schon seit Jahrzehnten nur gelegentlich genutzt werden darf, stellt in vielen südlichen Ländern immer noch oftmals die einzige Heizquelle dar. Mit all ihren negativen Eigenschaften. Mit sehr schlechtem Wirkungsgrad und relativ unsauberer (feinstaubender) Verbrennung geht die Wärmeenergie über den Schornstein verloren. Ist das Feuer aus, verliert das, oft zugige Haus auch sonstige Wärme über die Öffnung. Manchmal regnet es sogar hinein. Vorm Feuer ist es zu heiß, ein paar Meter weiter entfernt schon zu kalt - es sei denn, man verheizt große Mengen an Holz. 
 

Feuchte oder zu große Holzstücke sorgen zusätzlich auch für mehr Feinstaubbelastung!

Heizt man im Kaminofen mit wenigen mittelgroßen Scheiten (um 0,7 kg) liegt sie am Niedrigsten, dann folgen sehr kleine Stücke (um 0,3 kg). Mit wenigen großen Brocken (1,4 kg) steigt sie um über 200% (ca. 40% beim Kachelofeneinsatz), mit sehr kleinen Scheiten liegt sie ca. 60% (ca. 20% beim Kachelofen einsatz) höher! Bei diesen Betriebsweisen werden die zugelassenen Emissionen meist überschritten - die Anlage müsste eigentlich stillgelegt werden!
 

Optimal wird es, wenn der Brennstoff direkt vor Ort wächst oder sowieso eine Art "Abfall" darstellt.

In südlichen Ländern landen mittlerweile z.B. Olivenkerne oft in einem Pelletskessel, denn sie haben eine ähnliche Heizleistung und auch Größe. Einige Hersteller haben jetzt ihre Heizanlagen darauf umgestellt. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, müssen die Kerne aber maschinell gereinigt und getrocknet werden. Dennoch relativ wenig Aufwand für viel Ertrag!

Leider wird einerseits teurer Brennstoff von weit her herangekarrt, andererseits verbrennen jedes Jahr Hunderttausende ihr Schnittholz in Gärten und Feldern qualmend und Umwelt belastend auf feuchten Haufen oder bringen es zur Kompostanlage - anstelle es im heimischen Ofen zu verwenden. Die allermeisten mittelgroßen Gärten "erzeugen" alljährlich durch Büsche, Sträucher und Bäume genug Biomasse, um ihre mittlere Häuser zu beheizen...

 

Wundergeräte, die die Physik überlisten wollen, bieten wir nicht an.

Wenn Laien in Foren berichten, dass sie mit dem und dem Ofen viel länger und mit viel weniger Holz heizen konnten, dann mag dies natürlich schon manchmal an den unterschiedlichen Qualitäten der Öfen (Wirkungsgrad) liegen. Wenn man aber aus einer bestimmten Energiemenge mehr Wärme heraus holen konnte, als drinnen steckt, ist das einfach nur Einbildung oder Dummheit. Behaupten Hersteller oder Verkäufer so etwas, ist es Betrug...
 

Kein Ofen kann alle Wünsche erfüllen.

Speichert er gut, dauert es länger bis die Umgebung warm wird und umgekehrt. Auch wenn es Hersteller gibt, die damit werben, dass ihr Ofen schon nach 30 Minuten warm macht und gleichzeitig 12 Stunden die Hitze hält, dann kann da etwas nicht stimmen. Ausnahme: das Ding wird unsinnig vollgepackt, so dass es später dann nicht nur warm, sondern viel zu heiß wird. Mit sparsam oder ökologisch Heizen hat das dann aber nichts mehr zu tun. Lässt die Scheibe so viel Hitze durch, hilft dies auch nicht beim Sparen und ist gefährlich - nicht nur für Kinder. Moderne, gute Frontscheiben werden zwar warm, aber nicht mehr gefährlich heiß, so dass die Haut daran kleben bleibt... Taugt der Ofen dann angeblich auch zum Kochen und Backen, ist es mit den oft zitierten 2 Scheiten längst nicht getan!

Hackschnitzel, Biomasse pur

Ähnlich wie bei Pelletsanlagen kann hier vollautomatisch mit Biomasse geheizt werden. Allerdings gibt es hier bisher noch keine Kaminöfen und die Anlagenleistungen liegen meist viele höher. Daher finden diese Anlagen hauptsächlich bei Landwirten oder Gärtnereien Anwendung, die sich die Hackschnitzel selbst häckseln. Der Transport erfolgt ebenfalls mittels robusten Schnecken oder kleinen Förderbändern. Die Anlagenpreise liegen aufgrund der höheren Leistungsbereichen über den Pelletausführungen. Die Fördersummen richten sich hier nach der kW-Leistung. Ein Pufferspeicher ist unbedingt notwendig.
 

Feststoffkessel

Seit Holzvergaser u.s.w. wieder gefördert werden und Öl- und Gas zeitweise teurer wurde, entdecken immer mehr Menschen, dass man auch mit Holz komfortabel heizen kann. Ein moderner, entsprechend dimensionierter Kessel in Verbindung mit einem Pufferspeicher und einer Solaranlage, kann für einen günstigen und dennoch relativ komfortablen Heizbetrieb sorgen.
 

Luft-Kaminöfen

Wer nur gelegentlich mit Holz einzelne Räume beheizen will, sollte sich für einen Kaminofen entscheiden. Wichtig ist hier jedoch, eindeutig die Nutzung festzulegen. Soll im Winterhalbjahr der Kaminofen die Heizung entlasten und über den Tag Wärme abgeben, sind schwerere Modelle mit Speichermasse (Keramik oder Speckstein) zu empfehlen. Das Aufheizen dauert etwas länger. Wenn das Feuer erloschen ist, wird aber abends die Wärme noch längere Zeit abgestrahlt. Wird dagegen nur mal schnell wegen ein paar Gästen gefeuert oder jeden Abend nach Rückkehr von der Arbeit, sind leichtere Stahlmodelle vorzuziehen. Schon wenige Minuten nach dem ersten Einheizen strahlen diese ihre Wärme ab.
 

Wenn möglich, raten wir zu den Kaminöfen mit Backfachklappe und waagrechten Abstellflächen. Durch die gleichzeitige Nutzung von Raumbeheizung und Kochen von Wasser oder sogar ganzen Gerichten wird der Nutzungsgrad dieser Modelle erheblich verbessert. Bei uns wird z.B. von Ende Oktober bis März fast täglich mit dem Kaminofen gekocht, gebacken und gebraten. Kochendheißes Wasser für Tee, Kaffee, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Spülen oder auch Putzen steht immer parat und die Raumluft trocknet nicht aus. Im Aufstellraum gibt es seit Jahren keinen Heizkörper mehr. Der Ofen wird, je nach Wetter, nachmittags oder erst abends angeworfen. Eine Stunde später werden aus 16°, angenehme 21°C. Das abgebildete, hochwertige SCAN-Modell ist von 1992, also nun schon über 28 Jahre im Betrieb - ohne erkennbare Abnutzung bei Optik oder Technik...

Billige Öfen, die es im Baumarkt unter 1.000 Euro gibt, machen dagegen oftmals nur wenige Jahre "Freude" - von optimaler Ausnutzung des Brennstoffes gar nicht zu reden.

 

Kaminöfen zum Anschluss an Pufferspeicher

Besonders hohe Wirkungsgrade haben Kaminöfen mit eingebautem Wärmetauscher/ Wassertasche. Damit kann zusätzlich die Heizung unterstützt werden oder Warmwasser erzeugt werden. In modernen Niedrig-Energiehäusern sind diese Öfen alleine mit der Solarwärme-Anlage für Raumwärme und Warmwasser zuständig. Das ist nicht nur umweltschonend, sondern meist auch sehr wirtschaftlich!

 

Der Anschluss bei wasserführenden Öfen:

Wo sich die einzelnen Komponenten befinden ist dabei relativ egal. Wichtig ist nur das große Puffervolumen des Speichers (je nach Kesselmodell 25 - 50 Liter je kW Heizleistung). Dies ist nicht nur sicherheitstechnisch notwendig, sondern erhöht den Komfort und den Wirkungsgrad. Je nach Wärmebedarf reicht es dann aus, abends den Kamin anzufeuern und nachts, bzw. am nächsten Tag das Haus aus dem vollgeladenen Pufferspeicher zu beheizen. Die Solaranlage sollte dabei natürlich nicht nur aus ökologischen Gründen selbstverständlich sein, sondern gehört auch aus energietechnischen Gründen einfach dazu. Je nach Standort sollte das Warmwasser in den Monaten von Mai - September so erzeugt werden, damit der Ofen im Wohnzimmer ausbleiben kann! Außerdem macht Holzhacken im Sommer keinen Spaß...
 

Reicht ein wasserführender Kaminofen für Ihr Haus?

Das ist vorrangig vom Wärmebedarf abhängig. Völlig klar ist, das ein Ofen mit gesamt 8 kW Leistung nicht für ein 200 qm-Haus mit 18 kW Wärmebedarf ausreicht. Eher sind diese Öfen für Niedrigenergiehäuser gedacht, doch kann ein intelligenter "normaler" Haushalt u.U. auch durchaus damit hinkommen. Der Norm-Wärmebedarf bezieht sich nämlich eigentlich auf die winterlichen Extreme mit teifen Minus-Temperaturen, die bei Vielen nie oder nur (noch) selten vorkommen und auch dann fällt die Heizung ja nicht aus, sondern hat u.U. nur ein bisschen mehr Mühe Heizwärme und Warmwasser gleichzeitig und in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen. Am häufigsten passiert dies dann morgens, wenn die Nachtabsenkung vorbei ist und die ganze Familie gleichzeitig duschen will.

Arbeitet man mit Solaranlage und hat einen Pufferspeicher, kann dies an extremen Tagen den Kaminofen stark entlasten und dann sinkt weder der Komfort bei Raumwärme, noch beim Warmwasser. Uns sind viele Fälle bekannt, bei denen die Kessel-Nennleistung nur die Hälfte des errechneten Wärmebedarfs erreicht, also z.B. 8 kW-Kaminofen bei 16 kW Wärmebedarf des Hauses. Die Besitzer sind sich dann aber im Klaren, dass an den kalten Tagen (meist Januar oder Februar) der Kamin fast NON/STOP laufen muss und entsprechend Brennstoff benötigt wird und gereinigt werden muss. Und wenn es dann doch nur 19°, statt der gewünschten 21° Raumtemperatur hat, zieht man sich halt mal eine Strickjacke an...

Wird das Haus dennoch nicht warm, soltle man endlich mal über Dämmung nachdenken. Auch wenn Viele glauben, das bringt nichts. Von allen Maßnahmen ist es die Sinnvollste und hilft auch im Sommer!

https://www.oeko-energie.de/produkte/oeko-heiztechnik/holzpellets-anlagen/index.php

 


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