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Welche Batterie-Typen kommen in Frage?

Blei-Säure (offen) - Blei-Gel (verschlossen) - AGM - Blei-Kristall - Panzerplatten OpzS/V - Lithium - Salzwasser - Sonstiges

Es gab bis zur Jahrtausendwende noch eine sehr große Zahl von Batterieherstellern, mit jeweils mehreren unterschiedlichen Modellen.
Heute sind die Meisten, wenn noch existent, in einem der großen Konzerne untergebracht. Die Einen produzieren dann immer noch unter gleichem Namen und Bedingungen, bei Anderen wird zwar noch die Marke und das Etikett benutzt, hergestellt wird es aber in Billig-Lohnländern. Entsprechend unterscheiden sich manche absolut bauartgleichen Typen nur im Namen, andere haben völlig verschiedene Eigenschaften, aber fast die identische Bezeichnung.

Z.B. sind die einstmals unterschiedlichen Hersteller Sonnenschein und Deta heute unter EXIDE, bzw. GNB zusammen gefasst. Es werden zwar immer noch die meisten Serien unter eigenen, geänderten Namen angeboten, drin steckt aber manchmal das Gleiche: z.B. bei Exide Gel (früher Sportsline) und Deta Gel (früher Funline).

Auch im Handel hat sich viel verändert. Einige Namen sind verschwunden, dafür ganz viele Neue aufgetaucht - hinter denen manchmal immer wieder der gleiche Anbieter steht. Wer pauschal nur nach Batterie-Shop goggelt, wird dies kaum bemerken. Schaut man ins Impressum, wird es aber klar. Dabei fallen dann in der Regel NoName-Produkte und 08/15-Anbieter auf, die manchmal 80% günstiger sein wollen, als die namhafte Konkurrenz. Wie das möglich sein soll, bzw. zu wessen Lasten so billig produziert werden kann, sollten sich Käufer dieser Wegwerf-Produkte einmal überlegen...


Welche Batterie die Beste ist, kann man pauschal nicht sagen.

Dies ist abhängig vom Einsatzbereich. Je nach Bauart (Stärke der Gitter- oder Panzerplatten, Elektrodenmaterialien, Elektrolyten) gibt es unterschiedliche Leistungsmerkmale. Die einen Typen sind für gelegentliche Starkströme ausgelegt, andere können sehr tief entladen werden und wieder andere sind sehr lagerungsbeständig. Ein Allround-Modell, das alles kann, gibt es nicht, bzw. die Multimodelle sind sehr teuer! Beworben wird heute, vor allem bei Bleikristall, Lithium und AGM mit vollmundigen Versprechen, die teilweise nicht eingehalten werden können!

Der Preis kann eine Hilfe sein.
Eine 400 Euro-Type für 100 Ah muss zwar nicht besser sein, aber der 89-Euro-Billig-Import ist es garantiert nicht. Aber gerade bei den Spezial-Batterien gibt es unterschiedliche Kalkulationen, die es uns ermöglichen, auch sehr hochwertige Typen günstiger anzubieten, als Andere ihre Mittel-Klasse! Siehe z.B. Sonnenschein, bzw. heute Hoppecke.

Unterschiede von Gel, (AGM-Vlies-) und flüssigen Blei-Batterien.
Entgegen der vielfachen Meinung sind Gel-, AGM-, bzw. Vlies- und flüssige Blei-Batterien grundsätzlich sehr ähnlich!
In allen Typen befinden sich Bleizellen/Platten die von Schwefelsäure umgeben sind. Während bei den normalen, offenen Typen, die flüssige Säure bei Vollladung gasen kann, wird dies bei den dicht verschlossenen VRLA-Typen unmöglich gemacht, weil der Elektrolyt in einem Gel aus Kieselsäure oder einem Vlies (AGM) gebunden ist - um nicht auslaufen zu können. Bei den neuen Bleikristall-Typen wird nochmals ein spezielleres Kristall-Elektrolyt verwendet.
Der chemische Ablauf in den Batterien bei Ladung/ Entladung ist somit ähnlich. Trotzdem haben alle unterschiedliche Ansprüche an die Ladung und auch Entladung und dementsprechend ein anderes Leistungs-Niveau und letztlich spielt die Herstellungs-Qualität eine Rolle. Gel ist nicht gleich Gel! Die vielen billigen Import-Typen darf man dabei z.B. nicht mit dem Gel-Pionier (erfunden 1957 von Fa. Sonnenschein im nahegelegenen Büdingen) vergleichen.

AGM-Typen sind wie Gelbatterien dicht verschlossen, oft aber "etwas günstiger" ausgeführt - so dass die tatsächliche Belastbarkeit, Lebensdauer, aber auch Wirkungsgrad, bzw. Ladefaktor meist geringer liegt. Manche AGM benötigen sogar eine höhere Ladeschlussspannung als Flüssig-Typen! Aussagen, dass diese Vlies-Batterien keine Frost-Probleme hätten, wegen fehlender Flüssigkeit sind falsch - so geworben wird aber teilweise! In hochwertigen Gel-Batterien ist oft mehr Elektrolyt gebunden und die Dichte fällt bei Tiefentladung nicht so stark ab. Die Wärmeableitung ist besser. Es kommt nicht zu einer Säureschichtung und auch nicht zu Kurzschlüssen.
Vor einigen Jahren wurden einige AGM-Importe aus China auch noch vollmundig als "Gel" beworben. Mittlerweile haben die Anbieter reagiert und ihre Prospekte korrigiert, auch weil Viele AGM und Gel qualitativ pauschal gleichsetzen, was so nicht stimmt! Große Versprechungen, niedrige Größen, Gewichte und vor allem Preise sollten immer Skepsis walten lassen! Wenn wir langlebige AGM einsetzen sollen, wählen wir z.B. Hoppecke Sun Power. 
Solche renommierten Hersteller, die beide Techniken anbieten, haben dann auch wirklich hochwertige Produkte.  


 

Neben den Entwicklungen im Li-Ionen-Bereich hat es in den letzten Jahren aber auch bei den Blei-Batterien Weiterentwicklungen gegeben. Seit 2009 auf dem Markt und jetzt wohl ausgereift, sind sogenannte Blei-Kristall-Batterien, eine spezielle Variante der AGM-Typen.
Wie bei den altbekannten Typen wird hier mit Blei gearbeitet - aber Hochreinem mit über 99% Anteil! Dadurch sind sie u.U. sogar noch ein wenig schwerer und somit vorrangig für ortsfeste Anwendungen geeignet. Aber die Möglichkeit diese Batterien lageunabhängig zu betreiben, macht sie eigentlich auch für größere Fahrzeuge interessant. Hierfür hat man aber oftmals keine optimalen Ladegeräte. Das spezielle "trockene" Elektrolyt vermeidet die sonst bekannten Problem von Blei-Batterien und sorgt somit für mehr nutzbare Kapazität, effektivere Ladung, längere Zeiten bei Lagerung und Betrieb = manchmal günstiger als bisherige Technik. Nachdem in 2019 die Preise unverhältnismäßig gestiegen sind und viele Käufer Anleitungen nicht beachten, bieten wir sie vorerst nicht mehr an.
Leider können nicht immer die Versprechungen zur Haltbarkeit eingehalten werden. Vor allem ist es wichtig, mit genau angepassten Ladegeräten (starke Anfangsladung = 25-30% der Kapazität, Lade-Endspannung 14,7 V!) zu arbeiten, was weder eine Lichtmaschine, noch ein 08/15-Solarladeregler bieten können. Selbst die Hersteller mach(t)en dazu keine genauen Vorgaben. Für uns ein Zeichen, dass sie ihre eigenen Produkte nicht so richtig verstehen... 

Unsere hochwertigen Gel-Typen, wie Hoppecke Sun Power, liegen für uns günstiger, stehen in der Zuverlässigkeit bisher besser da und können mit "normalen" Geräten ausreichend gut geladen werden.

In Wasserfahrzeugen sollten aus Sicherheitsgründen nur verschlossene VRLA-Typen eingesetzt werden
Dazu gehören Gel, Kristall oder AGM, bzw. Vlies, wie z.B. Sonnenschein Dryfit, Moll Dry oder Hoppecke Gel oder AGM) Die Gefahr, dass bei Schräglage Säure ausläuft oder durch Kentern oder gar Untergang komplett ins Wasser gelangt, ist zu groß.

Für ortsfeste und lang- und ganzjährige Anwendungen empfehlen sich OPz-Typen geschlossen (S) oder verschlossen (V).
Hiermit können, meist aufbauend auf Zellen (2V) oder auch Blöcke (6 oder 12 V), kleine bis sehr große Batteriebanken in 12, 24 oder 48 V realisiert werden, die oft bis zu 20 Jahre zuverlässig ihren Dienst verrichten. Unterm Strich, bzw. am Ende der Nutzungszeit, ist diese "teure" Variante immer am günstigsten! In unseren größeren, dauerhaft genutzten Inselanlagen sind sie selbstverständlich. Mancher Kunde hat seine OpzS-Bank von uns schon seit über 18 Jahren...

Die, von anderen Anwendungsbereichen her, bekannten NiCd oder Metallhydrid-Akkus werden bei Inselanlagen kaum eingesetzt, da sie entweder den bekannten "Memory"-Effekt besitzen oder einfach zu teuer sind. In ferner Zukunft sollten Letztere öfters Anwendung finden, doch mittlerweile geht der Trend eher zu Li-Ionen-Akkus, wie sie schon verstärkt für Werkzeuge eingesetzt werden.

Wir selbst bevorzugen daher nach wie vor, hochwertige Blei-Gel-Technik (OpzV) oder flüssige Blei-Batterien (OpzS).
Bezahlbarer Einstiegspreis, bewährte, sichere Lade-Technik, vollständiges Recycling und eine Lebensdauer von bis zu 20 Jahren, machen dies auch aktuell noch zur einzigen ökologischen und ökonomischen Lösung - zumal Platzanspruch und Gewicht im Keller eines Hauses nicht wirklich ein Argument sein können. In kleinen Systemen setzen wir dabei gerne auf Sonnenschein oder heute eher Hoppecke - auch bei uns in Himbach und an der sardischen Zweigstelle.

Die Li-Fe-Akkus und Salzwasser-Batterien sind die Innovationen auf dem Markt.
Entwickelt für Elektrofahrzeuge können Lithium-Typen auch in Solarstromanlagen Verwendung finden, wenn nach hoher Qualität und maximaler Verfügbarkeit gefragt wird. Lithium-Eisen-Batterien sind um ein Vielfaches leichter als Gel-Batterien, bei gleicher Kapazität, bzw. sogar höherer Entladetiefe. Außerdem ist ihr Platzbedarf bei weitem geringer. Dies sind nur einige der Vorteile des innovativen Batterie-Technologie.
Zum Vergleich: Ein Gel-Akku mit einer Kapazität von ca. 150 Amperestunden wiegt ca. 50 kg je nach Hersteller, während ein Lithium-Eisen-Akku nur auf 28 Kg kommt. Darüber hinaus ist die Anzahl der Zyklen eines Lithium-Eisen-Akku bis zu vier Mal höher als bei einer Lithium-Ionen-Batterie und bis zu sechs Mal höher als bei Gel-Batterien. Mehr als 2.000 Zyklen (100% DOD) sind möglich. Auch diese Typen benötigen spezielle Ladegeräte. Im 12V-Bereich noch selten anzutreffen, werden seit 2013 vermehrt sogenannte "Speicher" mit Regler und Wechselrichter in einem Gehäuse zur Solarstrom-Zwischenspeicherung oder Notstrom-Versorgung eingesetzt. Preislich bewegen wir uns aber in einem völlig anderen Segment und ob die vollmundigen Versprechungen bzgl. Lebensdauer/Zyklen/ Sicherheit eingehalten werden können, weiß man erst in vielen Jahren...

Die Salzwasser-Typen sind zwar schwerer und größer, aber in der Zyklenfestigkeit, Tiefentlade-Fähigkeit, Lebensdauer und vor allem Umweltverhalten den Blei-Typen weit überlegen.
Für ortsfeste Anwendungen, mit geringen Strömen, eine echte Alternative! Wer aber billig (und nicht selten unsinnig) seine erschlossenes Haus, rund um die Uhr mit Solarstrom aus Batterien versorgen will, wird diesen Weg nicht einschlagen können. Um dann auch mal 2 oder gar 5 kW Leistung abzurufen, muss man eine sehr große Batteriebank aufbauen, weil die einzelnen Stacks nur kleine Ströme abgeben können. Details siehe im entsprechenden Bereich.